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Trendscout

Lernplattformen: Individuell vs. kollektiv

Der antwerpes Trendcheck von der LEARNTEC 2020

„Europe’s #1 in digital learning“, unter diesem Motto präsentiert sich jährlich die Learntec in Karlsruhe. Auch die Creative Creats aus Köln haben sich 2020 zum vierten Mal auf den Weg zur führenden Fachmesse für digitales Lernen gemacht. Neugierig waren wir in diesem Jahr vor allem auf E-Learning Plattformen. Was? Ist doch ein alter Hut. Nein, das sehen wir anders! Erstens ist es immer noch die Nummer 1 unter den Optionen zum Selbststudium und zweitens werden die Möglichkeiten immer vielfältiger.

Die Industrieausstellung der Learntec war wie immer gespickt von Anbietern, die fertigen Content für digitales Lernen anbieten. Oder gleich die komplette Lernplattform. Man erwirbt als Kunde eine Lizenz und kann dann auf speziell ausgewähltes oder auch das gesamte gesammelte Wissen des Anbieters zurückgreifen. Updates und neue Themen frei Haus. Beeindruckend, welche Fülle an Informationen man so beispielsweise Mitarbeitern oder Fachzielgruppen auf einen Schlag bieten kann.

Was brauche ich?

Bei einer Lernplattform, auch bekannt unter der Bezeichnung Learning Management System (LMS), handelt es sich um eine auf einem Webserver installierte Software. Neben einer Userverwaltung und Analyse dessen ermöglicht sie es dem Nutzer nicht nur, Lerninhalte bereitzustellen oder abzurufen, sondern erlaubt es auch, Punkte für erfolgreich absolvierte Module zu verteilen und möglicherweise ein Belohnungssystem zu inkorporieren. Das ist wichtig, denn der Mensch jagt gerne Trophäen hinterher und warum diesen Instinkt nicht als Anreiz nutzen.

Aber zurück zur Ausgangsfrage: Brauche ich individuelle Inhalte oder ist mein Schulungsthema so generisch, dass ich bereits erstellten Content einkaufen kann?

Auf die Themen kommt es an

Wie eigentlich immer, kann man nicht pauschal sagen, ob nun ein vorgefertigter Content oder die Individuallösung der richtige Weg ist. Es kommt immer auf die Zielgruppe und Bedürfnisse an.

Skills, wie Datenschutz, Nachhaltigkeit oder Sicherheit am Arbeitsplatz lassen sich beispielsweise sehr gut über bereits fertige Lösungen abdecken. Man muss keinen großen Entwicklungsaufwand in Konzeption, Contenterstellung oder Programmierung stecken, wenn es schon gute und zielführende Produkte gibt. Pizza essen wir ja auch am liebsten beim Italiener, weil man sie selbst einfach nicht besser machen kann.

Man sollte allerdings vor der Entscheidung bedenken, dass man beim Aufsatteln auf bereits fertigen Content selten später noch „Marke Eigenbau“ andocken kann, ohne großen Aufwand zu betreiben.

Sonderwünsche fordern Individualität

Schaut man sich die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden in den letzten Jahren an, so sind diese selten „von der Stange“. Die Anforderungen an Fortbildungen im medizinischen Bereich sind speziell und unterliegen zudem zahlreichen Richtlinien. Der größte Spagat ist es immer wieder, die Zielgruppe mit seriösen und komplexen Inhalten trotzdem zu begeistern.

Als neuestes Beispiel passt hier sehr gut die frisch gelaunchte Fortbildungsplattform MediBee. Anforderung von MEDICE Arzneimittel war hier, dass PTA und Apotheker sich informativ und ansprechend über das Portfolio des Iserlohner Unternehmens informieren und fortbilden können. Die Umsetzung ist ein Mix aus Storytelling und neuester Technologie: „Herausgekommen ist eine E-Learning Plattform, die schon beim ersten Klick ein Lächeln auf das Gesicht des Users zaubern soll und ich denke, das ist uns mit Ansprache und Design gelungen. Genauso wichtig ist aber auch eine intuitive Usability, gerade bei einer solchen Fülle an Inhalten“, erläutern Katrin Nowitzky und Natalie Engelmann von MEDICE. „Technisch basiert die Website auf einem Typo 3 inklusive Prämienshop. Wir nutzten das CMS, um auf die individuellen Features besser eingehen zu können. Bezüglich der E-Learnings entwickelten wir eine auf SCORM basierende LMS-Extension für TYPO3. Die Fortbildungsmodule sind u.a. mit Storyline360 von Articulate erstellt worden“, erklärt Christiane Schrix, Vorstandsmitglied und Head of Digital bei antwerpes.

Herausgekommen ist eine E-Learning Plattform, die schon beim ersten Klick ein Lächeln auf das Gesicht des Users zaubern soll und ich denke, das ist uns mit Ansprache und Design gelungen.

Katrin Nowitzky und Natalie Engelmann, MEDICE

MediBee – Sammle dich schlau!
Zielgruppe bestimmt Technologie

Fasst man also zusammen, ist es eigentlich wie immer: Die Zielgruppe bestimmt die Marschrichtung. Die Bedürfnisse derer, die Fortbildungsinhalte nutzen, sollten genau analysiert und das Konzept daraufhin erstellt werden. Ob nun Gießkanne oder Spezialwissen, auf die richtige Ansprache der Nutzer kommt es an.