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Trendscout

Der antwerpes Trendcheck von der LEARNTEC 2019

Digitale Didaktik für alle Sinne

Die LEARNTEC 2019 war geprägt von zukunftsweisenden Technologien, die das Lernen nachhaltig verändern. In der AR und VR Area wurden Besucher in neue Welten entführt wo Inhalte virtuell greifbar wurden. Für uns blieb leider die Zielgruppe bei vielen Anwendungen auf der Strecke. Genauso das methodische Hinterfragen: Welche Technologien eigenen sich für welchen Zweck? Leider häufig Fehlanzeige!


 

Alle neun Jahre verdoppelt sich die Masse an wissenschaftlichen Informationen.[1] Jedes Jahr werden mehrere Millionen Studien veröffentlicht.[2] Das bedeutet eine tagtägliche Flut ungefilterter Informationen, die für die Lernenden interessant sein könnten, deren Gehalt aber nur schwer einzuschätzen ist.

Doch wie lässt sich das mit einem durchgetakteten (Job)Alltag vereinen? Wie motiviert man Nutzer zur Wissensaneignung, die vor lauter Unterhaltungsangeboten nicht mehr wissen, wohin sie ihren Blick lenken sollen? Wir von antwerpes haben Antworten gesucht und einige davon auch auf der LEARNTEC 2019 vom 29. bis zum 31. Januar präsentiert.

Lerneinheiten zum Snacken: mit einem Happs im Hirn

Das Zauberwort lautet Snack-Content! Kurz und knackig, leicht bekömmlich und immer frisch aufbereitet, wenn der Nutzer ihn braucht. Wie die kleine Zwischenmahlzeit kann er in fünf Minuten konsumiert werden, sättigt kurz und macht dann aber Hunger auf mehr. Während einige Branchen das Konzept bereits sehr erfolgreich umsetzen – Stichwort Sprachlern-Apps – scheint es den Healthcare-Markt noch nicht erreicht zu haben. Doch gerade Ärzte und medizinisches Personal stehen im ständigen Spannungsfeld zwischen dem Wunsch und der Notwendigkeit, sich weiterzubilden, und dem Mangel an Zeit.

Hinzu kommt ein auf die Spitze getriebener wissenschaftlicher Jargon, Redundanz und die fehlende Übersicht im medizinischen Fortbildungsdschungel. Damit sieht sich ein Arzt konfrontiert, der sich mit den neuesten Studien up-to-date halten möchte. Damit die wirklich wichtigen Informationen schnell erfasst werden können, bedarf es einer Aufbereitung, die neu entwickelte und aus dem Netz übertragene Lern- und Leseverhalten bedient. Wie wird trockenes Fachwissen für medizinisches Personal also zum leckeren Informationshäppchen?

Komplexe Inhalte eingedampft und auf dem Silbertablett serviert

Warum nicht komplexe Studien interaktiv erlebbar machen und gut verdaulich auf den Punkt bringen? Das bedeutet: grafische, dynamische und zusammenklickbare Elemente, auf Wunsch durch Audio und Video unterstützt – je nach Lerntyp und persönlichem Interesse. Wir nennen das die Begehbare Studie, rein virtuell versteht sich. Auf der diesjährigen LEARNTEC stieß diese innovative Form der Datenbündelung bei vielen Besuchern des antwerpes-Booth auf großes Interesse.

Die antwerpes begehbare Studie

 

Wer möchte was wie von mir lernen?

Ein Thema, das die LEARNTEC-Besucher auch in ihren Bann zog und sie in neue Welten eintauchen ließ: Augmented und Virtual Reality. Die diesjährige neue AR/VR Area war entsprechend gut besucht. Nach dem großen Hype um AR/VR im Consumer Bereich setzt sich der Trend im B2B durch und zeigt, dass er sich gerade für Lerninhalte und Fortbildungen eignet. Dennoch fiel auf, dass es noch immer häufig um die bloße Technologie geht und weniger um ihren sinnvollen und zielführenden Einsatz. Deshalb: Didaktische Konzepte müssen vorab entwickelt und auf die virtuelle Umgebung konzipiert werden werden, sonst ist Immersion vergebliche Liebesmüh!

Die Technologie muss zwingend einen Mehrwert für die Vermittlung des Inhaltes bieten. Für einen Mediziner kann es beispielweise ein absoluter Gewinn sein, wenn er mithilfe von VR die Funktionsweisen eines Organs oder Pathomechanismen einer Erkrankung erlernt: Er kann sie von allen Seiten betrachten, die Prozesse selbst steuern und erlebt direkt die Auswirkung seines Handelns. Die Zielgruppe muss also klar im Fokus des didaktischen Konzepts stehen: Wie können Lerninhalte individuell aufbereitet werden? Welches ist das richtige Format? Und welche Tonalität wird verwendet?

Das gilt ebenso für andere technikgetriebene Formate wie zum Beispiel Chatbots,
(VR-)Dialogsysteme und personalisierte künstliche Intelligenz, die aus den Fehlern des Nutzers lernen und gezielt seine Schwachstellen trainieren. Solche Anwendungen waren auf der LEARNTEC bisher wenig vertreten. Vielleicht können wir davon mehr im nächsten Jahr mehr erwarten: Vom 28. bis zum 30. Januar 2020 findet europas größte Veranstaltung für digitale Bildung erneut statt und antwerpes ist wieder dabei, versprochen.

Über den Autor

Dr. Sven Büttner ist Account Manager und Teamleiter für den Bereich Medical Education bei der antwerpes ag. Als eine der Top-Kreativagenturen auf dem deutschen Healthcaremarkt entwickelt antwerpes mit seinen rund 135 Mitarbeitern innovative Kommunikationslösungen aus einer Hand.

[1]http://blogs.nature.com/news/2014/05/global-scientific-output-doubles-every-nine-years.html
[2]https://www.researchgate.net/publication/229062236_Article_50_million_An_estimate_of_the_number_of_scholarly_articles_in_existence