Mann mit Virtual Reality Brille
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Creative Creatures // Trendscout

Virtual Reality: Warum sie für Medical Education wichtig wird

Für den PM-Report nahm Thilo Kölzer Stellung zu der Frage, welche Bedeutung Virtual Reality zukünftig für die medizinische Aus- und Fortbildung haben wird.


Die medizinische Aus- und Fortbildung wird bestimmt noch eine Zeit lang ohne Virtual Reality (VR) funktionieren. Die Frage ist nur: Was macht der User lieber und womit kann man ihn am stärksten binden? Mit einer Schwarz-auf-Weiß-Fortbildung und informativen Bebilderungen, mit einem Blended Learning im Web, interaktiv mit Objekten oder ist er lieber mittendrin in einem virtuellen Raum und erlebt auch, was er sieht?

Das ist bestimmt auch Geschmacksache, jedoch sollte VR angeboten werden, um die Innovationsführerschaft anzustreben und komplexe Inhalte mal ganz anders zu inszenieren. Fest steht: Hat man sich einmal die VR-Brille aufgesetzt und beginnt mit der VR Experience, taucht man richtig ein in ein Thema, da man von der Außenwelt komplett abgeschnitten ist. Das Ablenkungspotential geht gegen Null. Das kann jeder bestätigen, der Vive und Co. schon mal genutzt hat. Will sagen: Die Beschäftigung mit den Inhalten ist deutlich intensiver als z.B. im Web.

Virtual Reality in Fortbildungskonzepte integrieren

Auf der Learntec 2017 stellen wir unser neues Fortbildungskonzept „Learnie & Cert“ vor, das schwerpunktmäßig VR beinhaltet: Anhand eines anatomischen Körpermodells, welches sich in Lebensgröße vor einem befindet, lassen sich Körperteile auswählen, heranzoomen, drehen, wenden und frei im Raum bewegen. Nimmt man z.B. den Bizeps „in die Hand“, kann man ihn in allen Einzelheiten betrachten, die Kontraktion auslösen und sich weiterführende Informationen wie Texte, Bilder und Videos, die live vom DocCheck-Portal gezogen werden, anschauen.

VR sehe ich als Treiber der medizinischen Fortbildung, denn mit VR tut sich buchstäblich eine neue, faszinierende Welt auf. Eine abgespeckte Form von VR ist Mixed Reality (MR), oder auch Augmented Reality (AR). Hierbei wird die Realität mit virtuellen Elementen vermischt. Die HoloLens von Microsoft ist eine Augmented-Reality-Brille. Mit Hilfe einer solchen Brille werden die virtuellen Elemente auf die Realität projiziert.

Zur Zeit ist die VR-Neugier noch größer als das VR-Wissen, weil nicht jeder einfach so VR nutzen und ausprobieren kann, da spezielle Hard- und Software dafür nötig ist. Die Bedeutung und der Einsatz von VR werden folglich mit deren Verbreitung wachsen. Das ist aber nur noch eine Frage der Zeit.


Thilo Kölzer
ist Vorstandsmitglied und Verantwortlicher für Digital & Mobile, Performance Marketing und Internet-of-Things bei der antwerpes ag. Der Kommentar erschien in der PM-Report-Ausgabe 01/2017.