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Creative Output

Location-based Indoorservices : „Nice to meet you!“ – Das „Wo“ entscheidet

Location-based Indoorservices werden für den Handel immer interessanter, denn sie dienen nicht nur der Dokumentation, z.B. des Weges eines Kunden durch ein Ladengeschäft oder einen Markt, sondern auch als verkaufsfördernde Maßnahme. Wir geben drei Beispiele.

Dass mit derartigen Services Kunden getrackt werden, ist nichts Neues mehr. Beispielsweise ermöglicht es die Quuppa-Technologie, den Standort einer Person bis auf 50 cm genau festzustellen. Dementsprechend kann der Weg, den ein Kunde beispielsweise durch einen Supermarkt zurücklegt, sehr genau nachvollzogen und dokumentiert werden. Doch wie lassen sich derartige Technologien für verkaufsfördernde Zwecke verwenden? Drei einfache Beispiele zeigen, was derzeit möglich ist:

Verkaufsförderung durch Hinweisfunktion

Kleine Monitore mit Touchscreen, die im Markt platziert werden (z.B. an der Stirnseite von Regalen oder im Gang auf einem Terminal), sprechen vorbeischlendernde Kunden aktiv an („Wie kann ich Ihnen helfen?“). Zusätzlich werden auf dem Monitor die „Themen“ des Ganges, in dem er sich befindet, angezeigt. Nun kann der Kunde über den Touchscreen das gesuchte Produkt oder die gesuchte Produktkategorie einfach auswählen. Bei Kategorien wie z.B. „Kakao“ zeigt ein Pfeil auf dem Monitor die Richtung an, die Stimme gibt Navigationsanweisungen („Ganz hinten, rechts unten“). Platzierte LED-Lämpchen leuchten darüber hinaus am Produkt auf, wodurch eine „optische Gegenstelle“ entsteht. Diese Art der Hinweisfunktion setzt allerdings die aktive Mithilfe des Kunden voraus.

Social Trending

Die „optische Gegenstelle“ ist ein entscheidender Faktor für die Orientierung und sorgt dafür, dass der Kunde nicht „verloren geht“. Sie spielt auch bei der nächsten Idee eine Rolle: „Social Trending“. Social Trending bedeutet, dass für Kunden automatisch die Produkte optisch hervorgehoben werden, die in sozialen Medien besonders beliebt sind. Ein Beispiel: Produkte, die bei Facebook die meisten Likes haben und zum Sortiment des Marktes gehören, werden in Facebook-Blau hervorgehoben. Diejenigen Produkte, die bei Pinterest sehr gut abschneiden, werden mittels Rot-Ton prominenter dargestellt. Voraussetzung dafür ist natürlich ein aktuelles Monitoring von sozialen Medien, um ein Ranking („Top 10 aus Facebook“) erstellen zu können. Für die Kunden, die in sozialen Medien ohnehin sehr aktiv sind, könnte dies ein entscheidendes Kaufargument sein.

Schnäppchen-Korb

Die für die Kunden einfachste Form des Location Based Sales ist der „Schnäppchen-Korb“, da sie sich hier im Prinzip einfach nur „berieseln“ lassen müssen. Das Prinzip: Tragbare Einkaufskörbe werden mit einem Vibrationsalarm im Griff ausgestattet. Als optische Gegenstelle werden an der Regalschiene oder in einem Regal entsprechende LED-Leuchten installiert. Geht der Kunde mit seinem Einkaufskorb an einem solch markierten Produkt vorbei, vibriert der Summer im Griff, zudem leuchten die LED-Lampen auf. Das Schöne daran: Einkaufskorb und LED-Lampen sind miteinander vernetzt, an den Produkten selber ist keine Installation erforderlich. Um andere Produkte zu Schnäppchen zu machen, müssen lediglich die LEDs neu platziert werden. Wer einen Schnäppchen-Korb am Eingang mitnimmt, könnte sich also theoretisch nur anhand des Summers und der LEDs durch den Markt leiten lassen und die Schnäppchen einpacken. Natürlich sind diese so platziert, dass der Kunde eine gute Wegstrecke im Markt zurücklegen muss, um alle Schnäppchen zu finden. Der Schnäppchen-Korb wird gerade patentiert und besticht durch seine Einfachheit und die niedrige Mitmach-Hürde für Kunden.

Thilo Kölzer