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Google+ und die Klarnamenpflicht: Freiheit ade?

Dass Google + seinen Mitgliedern vorschreibt, sich nur mit ihrem eigenen echten und originalen Namen anzumelden, sorgt bei nicht wenigen für reichlich Empörung. In einem offenen Brief haben sich zahlreiche Internet-Aktivisten und Politiker Anfang September zu Wort gemeldet und sich ganz und gar nicht „amused“ über die Klarnamenpflicht geäußert. Ihre Kritik ist nachvollziehbar: Spammer können auch unter einem gefakten „Echtnamen“ ihre dunklen Machenschaften betreiben, während andererseits die freie Meinungsäußerung erheblich eingeschränkt wird, wenn diese nicht anonym erfolgen kann. Was in unseren Gefilden ziemlich ärgerlich ist, kann für Menschen in totalitären Staaten bedeuten, die letzte Kritikmöglichkeit zu verlieren.

Das Unternehmen Google steht als solches häufig schon fast synonym mit dem Internet – dem Netztwerk, das seit seinem Aufstieg für Werte wie freie Meinungsäußerung und Barrierefreiheit steht. Doch tut man dem Unternehmen damit recht? Ist es nicht vielmehr so, dass Google selbst zwar gern alle Annehmlichkeiten des Internet nutzt, jedoch auf die Privatsphäre  der User eher wenig Wert legt? Man denke nur an Google Streetview: Ohne vorherige Warnung wurden hier private Wohnhäuser fotografiert, häufig ohne Wissen der Bewohner. Anonymität – Fehlanzeige!

Vor diesem Hintergrund ist das aktuelle Angebot von Google+ um einiges besser: Immerhin kann der User sich entscheiden, ob er – ganz plain und offen – mitmachen möchte, oder eben nicht. Insofern bleibt es jedem selbst überlassen, sich mit echtem Namen der Welt zu präsentieren oder als Lotti Karotti, Herri Bert oder Hans Wurst in einem Netzwerk wie Facebook zu verweilen. Die Freiheit des World Wide Web macht dies zum Glück auch weiterhin möglich.

Klarnamenpflicht