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Creative Creatures

Von Köln nach Hamburg

Aus der Agentur ins Homeoffice: Interview mit Marika

Marika ist 30 Jahre alt und arbeitet als Texterin und Konzeptionerin seit September als eine der ersten Mitarbeiter:innen vollständig aus dem Homeoffice für antwerpes. Wie es dazu kam und wie es ihr damit geht, erzählt sie im Interview mit Kreativdirektor Christopher.


Christopher: Marika, du hast vor drei Jahren als Trainee in Köln gestartet und bist inzwischen Advanced Texterin und Konzepterin. Erzähl doch mal von deiner Reise.

Marika: Wo soll ich da anfangen? (lacht) Also, als ich mich bei antwerpes beworben hab, saß ich an den letzten Seiten meiner Masterarbeit in Straßburg. Ich hatte mein Doppelstudium der Europäischen Literaturwissenschaft in Italien und Frankreich also so gut wie absolviert und dachte mir „jetzt fängt der Ernst des Lebens an: Jobsuche als Geisteswissenschaftlerin“!

Beim semi-ernsthaften Herumbrowsen habe ich dann die Stellenausschreibung bei antwerpes gesehen und dachte mir: „Was sind das denn für nette, bunte Monsterchen? Und Gesundheitskommunikation – wieso eigentlich nicht?“ Schließlich hatte ich vor meinem Masterstudium einige Semester Biologie auf Lehramt studiert. Generell wurde in meiner Familie Gesundheit immer großgeschrieben – manchmal sogar „zu groß“, wenn ich mich an meine Frühstücksboxen aus der Kindergartenzeit erinnere. (lacht)

In nullkommanichts war die Bewerbung auf die Trainee-Stelle Text/Konzept also eingereicht – und es hat nicht lang gedauert: Nach wenigen Tagen bekam ich einen Copy-Test zugeschickt und dann auch schon eine Einladung zum Bewerbungsgespräch und Probetag. Innerhalb von zwei Wochen hatte ich dann einen neuen Job – wow!

Christopher: Du hattest also im Vorfeld nichts mit Werbung zu tun, oder? Wie hat sich dein Verständnis für das Texten und Konzeptionieren bei antwerpes für dich entwickelt?

Marika: Tatsächlich hatte ich an der Uni ein Schnupperseminar zum Thema Copywriting, das mich ziemlich angefixt hat und mir überhaupt erst die Idee gegeben hat, in der Branche Ausschau zu halten – plus noch ein paar Gelegenheitsjobs auf Texterplattformen.

Die Komplexität der Arbeit als Texterin/Konzeptionerin hatte ich aber zum damaligen Zeitpunkt gar nicht auf dem Schirm – und die ist mir dann erst bei antwerpes so richtig „gedämmert“. (schmunzelt)
Als Trainee bin ich sofort crossmedial eingestiegen, habe also sowohl bei der Erstellung von Print-Kampagnen als auch bei digitalen Projekten wie Apps, Webseiten oder Virtual Reality-Anwendungen mitgewirkt. Plötzlich gleichzeitig mit Leuten aus Design, IT und Medical Advising zusammenzuarbeiten – und das an höchst anspruchsvollen medizinischen Themen – war wirklich überwältigend.

Du und Ralf habt mich als meine Mentoren in den ersten sechs Monaten „durchmanövriert“, bei kniffligen Jobs unterstützt und mich aber auch mal „machen lassen“. Das war wichtig, damit ich auch mal ein Gefühl für die eigene Arbeit bekomme.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich Ralf in den ersten Monaten bei antwerpes gefragt habe: „Ralf: Ab wann weiß man eigentlich überhaupt, ob man es drauf hat? Ob man hier sozusagen ,richtig‘ ist?“ Und er hat gelacht und meinte, das könne man nie so genau wissen (der Scherzkeks!) – aber dass Geduld und Erfahrung der Schlüssel seien.

Einer meiner recht frühen Wünsche bei antwerpes war, endlich bei einem Kundentermin dabei sein zu können – also einen Pitch Live zu erleben, Feedback ungefiltert aus erster Hand zu erhalten und mal hinter die Kulissen der Abstimmungsprozesse schauen zu dürfen. Ich hätte eigentlich noch warten müssen, wurde aber nach mehrmaligem Nachhaken (ich kann durchaus hartnäckig sein) recht früh in den ersten Kundentermin reingenommen. (lacht)

Das hat mir auch nochmal die Augen in Bezug auf unsere Zusammenarbeit geöffnet – sprich: Wie bewerten Kunden kreative Ideen, wie kommen Korrekturschleifen zustande, wie wird so ein Meeting erfolgreich moderiert und abgeschlossen etc. Gleiches gilt auch für meine ersten Kunden-Workshops bei antwerpes, die wirklich erkenntnisreich und spaßig waren.

Diese Erfahrungen, die Arbeit an verschiedenen Formaten mit verschiedenen Units und natürlich auch alle Troubles, die in drei Jahren nicht fehlen durften und gelöst werden wollten, haben mich fachlich weitergebracht und mir in der Agentur zu einem guten Standing verholfen. Tja – und mittlerweile bin ich Advanced Texterin/Konzeptionerin!

Christopher: Wir mussten durch Corona ja in Homeoffice. Wie war das für dich?

Marika: Ganz ehrlich: Ich dachte zuerst, ihr hättet sie nicht mehr alle. Ich war gerade in Thailand im Urlaub, als mich die Meldung erreichte, dass wir alle unseren Laptop abholen kommen und ins Homeoffice gehen sollten.

Meine Ein-Zimmer-Wohnung war auch nicht auf die Heimarbeit ausgelegt. Ich hatte einen provisorischen Schreibtisch (eine Tischplatte, die unverschraubt auf Tischbeinen auflag …) und einen Küchenstuhl. Alles nur an einem Bildschirm erledigen zu müssen, war wirklich zeitraubend und ermüdend für die Augen – und mein Rücken war am Ende des Tages auch sehr angeschlagen.

Abgesehen von diesen Wehwehchen war ich aber positiv überrascht. Klar haben mir die Witze meiner Kolleginnen und Kollegen gefehlt – aber rein von der Zusammenarbeit haben wir uns alle sehr schnell an die neuen Bedingungen angepasst. Nach und nach kam da auch eine immer bessere Routine rein. Um den Arbeitsweg zu simulieren, bin ich morgens Spazieren gegangen und habe später auch unser digitales Sportangebot „Wake up Call“ wahrgenommen.

Insgesamt hat antwerpes sein Bestes gegeben, würde ich sagen: Unsere Firmenfeiern fanden digital statt, mit sehr gutem Essen und Comedy, außerdem wurde unsere Homeoffice-Ausstattung aufgestockt. Als die Inzidenzen es noch zuließen, hatten wir gruppenweise Wechsel-Working: Einige Tage die Woche im Homeoffice, einige Tage in der Agentur. Das hat mir beim beginnenden Lagerkoller geholfen und mich dazu motiviert, mich mal wieder anständig anzuziehen. (lacht)

 

Übrigens fand ich das Arbeiten mit weniger Leuten im Büro nicht übel – einige von ihnen habe ich so noch besser kennenlernen können, sodass sich auch privat wertvolle Freundschaften ergeben haben.

Marika, Advanced Texterin/Konzeptionerin

 

Christopher: Jetzt hast du dich ja vor kurzem wieder auf eine Reise begeben, du bist nach Hamburg umgezogen. Wie kommt`s und ist der Umzug gut gelaufen?

Marika: Zunächst einmal: Ich bin ja kein „Kölsche Mädsche“. Ich habe in Köln keine Familie und hatte den Standort aus strategischen Gründen gewählt. Mein Freund, den ich während des Studiums in Italien kennengelernt hatte, studierte in Bologna, sodass mir eine gute Flugverbindung wichtig war. Die Fernbeziehung Bologna-Köln war zum damaligen Zeitpunkt ein guter Kompromiss – und der Plan war, dass mein Freund nach Abschluss seines Studiums seinen Ph.D in Deutschland macht.

Tatsächlich hat das auch hingehauen – allerdings nicht an der Universität Bonn wie zunächst angedacht. Meinem Freund wurde eine spannende Ph.D-Stelle am DESY in Hamburg angeboten. Und da wir bei antwerpes aufgrund von Covid-19 eh schon relativ geübt in der Heimarbeit waren, dachte ich mir: Warum nicht einfach mal nachfragen, ob ich von Hamburg aus supporten kann?

Das wurde mir zum Glück recht flott bewilligt – und mittlerweile sitze ich in Hamburg an meinem Schreibtisch!

Christopher: Schön, dass das so gut geklappt hat. Wir vermissen dich hier in Köln natürlich sehr. Aber das „fully remote“ arbeiten klappt ja ganz gut. Wie nimmst du das wahr?

Marika: Also ich habe mir meinen neuen Arbeitsplatz hier wirklich schön und professionell eingerichtet. Ich habe den elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch von antwerpes mitgenommen sowie den Laptop und den Zweitbildschirm, sodass es mir technisch an nichts fehlt. Durch die steigenden Inzidenzen sind mittlerweile so gut wie alle unsere Crew-Mitglieder wieder im Homeoffice, sodass ich mich gar nicht als so sonderbar empfinde.

Klar wird irgendwann die Pandemie enden und viele wieder an ihren Büro-Arbeitsplatz zurückkehren. Aber darüber mache ich mir keine Sorgen: Unser künftiges Arbeitsmodell bei antwerpes sieht vor, den Mitarbeitenden mehrere regelmäßige Homeoffice-Tage in der Woche anzubieten. Wir werden also weiterhin digital in Kontakt bleiben – und sind durch die Erfahrungen der letzten Jahre auch darin geübt. Natürlich fehlt mir den Plausch in der Cantina. Aber geteiltes Leid ist halbes Leid! Und: Ich weiß, dass mich antwerpes und meine Crew nicht vergessen haben: Auch diesmal gab es eine Einladung zur Weihnachsfeier und ein süßes Geburtstagsgeschenk von meinem Team. Wer weiß: Vielleicht sehen wir uns demnächst wieder live in Hamburg bei einem Kunden-Workshop – wie wär’s?

Christopher: Wo du gerade über das Team gesprochen hast, du bist ja inzwischen selbst Führungskraft und kümmerst dich um Carlo, einen unserer Junior Texter. Da muss die Zusammenarbeit ja oft sehr eng sein. Wie klappt das mit ca. 500 Kilometern Entfernung?

Marika: Mit festen Ritualen! Carlo und ich machen täglich ein kurzes Daily von 15 bis 30 Minuten, wo wir über aktuell laufende oder anstehende Projekte quatschen und natürlich auch im Privatplausch ein wenig nacheinander sehen. Außerdem halten wir Freitag nachmittags unsere „British Tea Time“ ab, um vergangene Jobs Revue passieren zu lassen, daraus Learnings abzuleiten und Wünsche in Hinblick auf neue Herausforderungen und Projekte zu äußern. Tatsächlich ist Carlo eher der Kaffeetrinker– vielleicht wird sich das durch meinen Einfluss demnächst ändern … (grinst)

Generell lautet unsere Vereinbarung, dass ich auch außerhalb dieser Termine jederzeit für ihn erreichbar bin – und bei Projekten, die mir „spanisch“ vorkommen auch mal mit reinschaue. Insgesamt ist Carlo aber nicht umsonst zum Junior befördert worden: Er macht seinen Job schon sehr selbstständig, sodass das auch über die Entfernung sehr gut klappt.

Christopher: Hast du zum Schluss vielleicht noch ein paar Tipps für alle, die aus welchen Gründen auch immer, fully remote arbeiten müssen oder wollen?

Marika: Ach, zu dem Thema wurde mittlerweile schon vieles gesagt. Meine persönlichen Tipps wären:

  1. Arbeitsplatz professionell einrichten, wenn möglich in einem separaten Raum oder zumindest weg vom Schlafzimmer.
  2. Nicht im Pyjama arbeiten – so kann man sich einfach selbst nicht ernstnehmen. (lacht)
  3. Beim Job-Call auch mal plaudern – das Zwischenmenschliche im Team ist wichtig.
  4. Transparent sein – Termine und Abwesenheiten durch Emojis oder Kurznachrichten kommunizieren.
  5. Rituale schaffen, um dem Tag Struktur zu geben.

Christopher: Marika, auch wenn das remote arbeiten so gut klappt: Ich hoffe wir sehen uns spätestens auf dem Sommerfest wieder live und in Farbe.

Marika: Das hoffe ich auch – und ich bin schon gespannt auf deine Tanzeinlage, Christopher!